Roger Schulz

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Die männliche Sprintszene Hessens Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre beherrschte Roger Schulz, der über 60 Meter und über 100 Meter bei den Männern jeweils mehrfach Hessenmeister im Trikot von VfL/SSG Bensheim wurde. In der ewigen hessischen Bestenliste steht er 10 Plätze hinter Armin Hary, der 1960 mit 10,0 Sekunden (handgestoppt) über 100 Meter Weltrekord lief und Olympiasieger in Rom wurde.

Zur Olympiateilnahme hat es für Roger Schulz allerdings leider nicht gereicht. Er kann aber die Teilnahme für die Junioren-Nationalmannschaft bei Länderkämpfen gegen Frankreich, Spanien und Polen vorweisen. Dazu wurde er nominiert, nachdem er 1989 erstmals das Finale über 100 Meter bei den Deutschen Meisterschaften erreicht hat.

Mit seiner Bestzeit über 100 Meter von 10,54 Sekunden wurde er 1990 deutscher Studentenmeister für die Universität Mannheim. Diesen Erfolg konnte er 1993 über 60 Meter noch einmal wiederholen. Über 60 Meter erzielte Roger Schulz eine Bestzeit von 6,81 Sekunden. Diese ist er 1992 bei den deutschen Hallenmeisterschaften der Männer gelaufen, wo er bis in das Finale vorgedrungen ist.

In den Jahren 1989 und 1991 wurde er über 100 Meter süddeutscher Vizemeister bei den Männern, stets für die LG Bensheim-Rimbach startend, der Leichtathletikgemeinschaft von VfL/SSG Bensheim mit der TG Rimbach.

Über 200 Meter erzielte er seine Bestzeit von 21,45 Sekunden beim Wettkampf "Spitzenklasse in Bensheim" im Jahr 1990.

„Dies allerdings nur durch die Zuteilung der Außenbahn, da mein Trainer Rainer Hartmann wusste, dass ich im Prinzip nur gerade aus laufen kann und ich eine Bestzeit auf den engeren Bahnen 1 - 5 nicht erreiche. Die Kurve ist aufgrund meiner Masse und meiner Größe von knapp 1,90 Meter nie mein Freund geworden. Leider gibt es in Deutschland keine Gerade über 200 Meter, da hätte ich bei deutschen Meisterschaften weit vorne landen können.“

Bereits beim Gewinn der Hessenmeisterschaften über 4 x 100 Meter bei der B- und A-Jugend 1982, 1983 und 1984 mit der Staffel der LG VfL/SSG Bensheim ist er wegen seiner „Kurvenschwäche“ und seiner „Stärke beim Finish“ immer Schlussläufer gewesen. Ein Umstand, der sich in den folgenden 20 Jahren niemals geändert hat.

Für die Leichtathletik entdeckt wurde Roger Schulz 1982 durch Rainer Hartmann beim Sportunterricht am Alten Kurfürstlichen Gymnasiums Bensheim.

„Ich musste den 100 Meter-Lauf zweimal hintereinander absolvieren, weil er - als mein Sportlehrer - beim ersten Mal dachte, seine Stoppuhr wäre vorzeitig stehen geblieben und er nicht glauben konnte, dass ihm ein so guter Sprinter bisher durch die Lappen gegangen war. Als er aber erkannte, dass meine Zeit wirklich stimmte, wurde ich von Rainer Hartmann sofort für die Schulmannschaft quasi zwangsverpflichtet. Damals und auch später musste ich im Training immer etwas angetrieben werden, wofür ich Rainer Hartmann heute sehr dankbar bin, da ich den Weg zum Leistungssport ansonsten nie gefunden hätte. Mit der Schulmannschaft des AKG wurden wir 1982, 1983 und 1984 Hessenmeister und 1984 sogar Bundessieger bei "Jugend trainiert für Olympia" in Berlin, nachdem wir dort in den Vorjahren den zweiten bzw. dritten Platz belegt hatten. Mein Teamkollege war Markus Forster, der heutige Trainer und Vorsitzende des VfL Bensheim. Ich habe die als Einzelsportart bekannte Leichtathletik durch Mannschaft und Staffel immer als Gemeinschaftserlebnis erfahren. Das war eine tolle Zeit damals, die viel Spaß machte und an die ich gerne zurück denke.“

In den Jahren 1994/95 startete Roger Schulz aufgrund eines Wohnortwechsels für den ABC Ludwigshafen, für den er 1994 Pfalzmeister über 60 Meter wurde. Mit seiner Rückkehr nach Lorsch startete er ab 1996 wieder für den VfL Bensheim. Der auf seinen Geburts- und Wohnort Lorsch stolze Leichtathlet ist seiner Bergsträßer Heimat sehr verbunden.

Im Jahr 2000 wurde er mit der Staffel der Bergsträßer LG (Bensheim/Rimbach/Viernheim) dritter bei den deutschen Senioren-Meisterschaften. In den Jahren 1999, 2000 und 2001 hat Roger Schulz als Sprinter und als Teamchef zum Sieg der Bergsträßer LG beim hessischen Landesfinale der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften beigetragen. Mit dieser Mannschaft hat er zuvor 1997, 1998 und erneut 2002, 2003 die Vizemeisterschaft in Hessen gewonnen.